Welcher Verschluss für welchen Wein?

Weinverschlüsse waren in letzter Zeit und sind ein Thema, dass Weinerzeuger und Weinkonsumenten gleichermaßen beschäftigt. Innovationen bloß um mal wieder Geld zu sparen? Haben verschiedene Verschlüsse wirklich verschiedene Wirkungen? Haben Verschlüsse Auswirkungen auf das Image eines Winzers und seinen Erzeugnissen? Nun – die Wahrheit liegt wohl wie so oft in der Mitte. Jeder Verschluss hat seine Vor- und Nachteile. Meiner Meinung ist aber wichtiger, was in der Flasche ist, nicht womit sie verschlossen wurde. An dieser Stelle möchte ich diese Pro- und Kontras der gängigen Verschlüsse mal kurz und übersichtlich auflisten:

Naturkork – der traditionelle Klassiker:  

Positiv: hochwertiges Naturprodukt (Korkeiche), Zeremoniell beim Öffnen, lange Erfahrungswerte bei der Reifung des Weines, guter Kork schützt den Wein vor Oxidation

Negativ: guter Kork ist teuer, Korkgeschmack (TCA)

Es gilt: Je länger und elastischer der Naturkork, desto besser. Vor allem bei französischen Weinen ist mir schon öfters eine große Länge aufgefallen. Viele Leute verbinden guten Wein mit einem Naturkork, allerdings gilt: etwa 2-17% aller „Korkweine“ sind zum wegschütten, da sie den Korkgeschmack aufweisen. Eindeutig zu viel für mich. Da hab ich schon zu viel Geld wegleeren müssen. Für Weine mit großem Lagerpotenzial gibt es leider kaum Alternativen.Schraubverschluss:

Positiv: Geschmacksneutral, gute Abdichtung und Schutz vor Oxidation, Imagediskussion, praktisch (einfach zu öffnen und wieder verschließbar)

Negativ: Kaum Erfahrungen bei längerer Lagerung, wenig zeremoniell

In unserem Land benötigt es leider immer noch einiges an Mut der Winzer, diesen Verschluss auch für hochwertige Weine zu verwenden. In der Schweiz ist das anders, die sind schon um einiges weiter.

Glasverschluss:

Positiv: geschmackliche Neutralität, Kontaktfläche Wein-Dichtung sehr gering, optisch sehr ansprechend, praktisch (wieder verschließbar)

Negativ: Kostenintensiv (Verschluss und Flasche), wenig Erfahrung bei langer Lagerung

Gefällt mir persönlich sehr gut – mal was anderes und sehr hübsch

Kunststoffkork:

Positiv: kostengünstig, Zeremoniell beim Öffnen bleibt erhalten

Negativ: Nicht wiederverschließbar, negatives Image („Plastik“), Oxidationsgefahr bei längerer Lagerung

Es geht sicherlich auch darum, wie lange man einen Wein lagern will. Rotweine mit großem Lagerpotenzial benötigen einen Naturkork, da sie so „atmen“ und sich weiterentwickeln können. Alle anderen Verschlüsse eignen sich sehr gut für Weine, die jung getrunken werden sollen und nicht mehr reifen müssen. Ich denke, es ist wichtig, dass der Konsument offen für Alternativen ist, dann wird sich auch der geeignete Verschluß für den jeweiligen Wein durchsetzen.

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