Zotter Schokoladenfabrik – Schokolade und Theater

Gerade mal fünf bis sieben Autominuten von der Riegersburg und auch unweit von Graz im südoststeirischen Hügelland entfernt liegt DAS Mekka für alle Schokoladenfans: Die Schokoladefabrik des Chocolatiers Josef Zotter, dessen Schokoladen für ihre Qualität und außerordentlich kreative Vielfalt bekannt sind. Hier im Schokoladetheater werden Führungen verschiedener Arten angeboten. Individualtouristen werden durch die Zotter-Manufaktur mit einem Audioguide geführt, der zu den einzelnen Stationen und Schokoladen Wissenswertes preis gibt. Diese Führung ist preiswert und wirklich zu empfehlen, da man sich die Zeit frei einteilen und die Kostproben solange man will genießen kann. Buchen kann man die Führungen im Schokoladentheater per Telefon, aber auch per Internet, was sich als sehr praktisch erweist.

Die Führung an sich beginnt mit einem ca. 30 minütigen Film in einem kleinen Kino, in dem man stilecht auf Kakaobohnensäcken sitzt und es sehr verführerisch nach Schokolade riecht. So riecht es übrigens die gesamte Zeit – hmmmm! Der Film erzählt über den Anbau der Kakaobohne und lässt ein paar Blicke auf das Leben der Kakaobauern in Nicaragua zu. Man bekommt auch einen Einblick in das Leben des Josef Zotter persönlich, der sehr viel in der Welt reist, um für seine Schokolade das Optimum zu erreichen – sehr unterhaltsam, aber nur in Deutsch zu sehen. Danach geht es mit dem Audioguide in die Führung – endlich das Schokoladentheater erleben!

 Zuerst wird Kakao als Rohmasse verkostet. Dabei sollte man aber Vorsicht walten lassen, denn diese Rohmasse hat noch nicht viel mit dem zu tun, was man normal als Schokolade kennt, aber darauf wird man auch hingewiesen. Danach kann man Schokolade sowohl in flüssiger (seeeehr lecker) als auch in gewohnter fester Form mit den verschiedenen Stufen des Kakaoanteiles (von 30 – 100%) kosten. Tipp: Öfter mal den Wasserbrunnen dazwischen besuchen!

Die ganze Zotter-Fabrik ist mit Glaswänden gebaut, sodass sowohl die Gerätschaften als auch die Produktion beobachtet werden können. Wie  einem auch gesagt wird, dürfen sich die Besucher Zeit lassen so lang sie wollen und auch Zotter-Schokolade kosten soviel und so lang sie wollen bzw. können😉 Und das sollte man sich wirklich nicht zwei Mal sagen lassen!

Weiter geht es mit einer kleinen Schulung des Geruchssinnes. Das eigentlich Spannende ist aber,

dass diese Zutaten alle in Josef Zotters Schokoladen verwendet werden. Dann kommt das Labookoknacken, wofür man wirklich einen langen Atem oder besser einen genussfreudigen Gaumen braucht. Beim Labookoknacken können Stücke von Zotters gegossenen Schokoladetafeln mit einer Vorrichtung abgebrochen und gekostet werden, natürlich wieder mit Blick auf die Erzeugung. Tipp: Zu Beginn sind hauptsächlich pure, hochprozentige Schokoladen verschiedener Länder, doch zum Schluss kommen noch viele andere köstliche Sorten wie Erdbeere oder Marille dazu – also nicht zu früh verausgaben😉

Die nächste Station im Schokoladentheater ist die Station der Trinkschokoladen.  In einem originellen Gondelsystem fahren die verschiedenen Trinkschokoladen-Riegel aller Geschmackssorten durch den Raum. Der Besucher darf sich einen aussuchen, die netten Damen an der Bar berieten dann per Shake die Schokolade zu. Will man sie im traditionellen Stil muss man sie selbst quirlen – vielleicht baut man dabei ja schon ein paar der Kalorien ab. Im selben Raum wird „Mitzi Blu“ auf einem Turn-Table vorgestellt. Die Schokolade mit den außergewöhnlichen Bruchstellen kreist auf einem Tisch in verschiedenen Geschmacksvariationen – ich hoffe für Sie, Sie haben noch Platz im Bauch zum Kosten!! Mitzi Blu soll das Ambiente und den Stil der 60er Jahre wiederspiegeln und originell und einzigartig ist sie allemal (ganz besdonder süß sind die Minitäfelchen – ca. 4 cm Durchmesser – im Shop, man kann kaum wiederstehen eine mitzunehmen).  

In der nächsten Station des Schokoladentheaters werden die Zotter Balleros vorgestellt. Diese kleinen Schokobällchen von außergewöhnlicher Erzeugung sind meine persönlichen Favoriten! Vor allem ist es einfach toll wie viele Sorten es gibt, von verschiedenen Nüssen und Früchten bis zu Grammeln – kosten Sie so viele wie es geht!! Weiters hängen in diesem langgezogenen Raum nicht weniger als 1001 von Hand gefaltete Papier-Kraniche, die Glück bringen sollen. Blickt man auf das Dach der Zotter-Fabrik so erkennt man überdimensional große Schokoladetafeln – diese dienen als Wegweiser für Besucher aus dem Weltall… Herr Zotter möchte wohl dafür sorgen, dass diese sehr bald kommen!

Die letzte Station in der Schokofabrik ist das Running Choclate: Nach Vorbild des Running Sushi steht man bei einem netten Förderband, an dem die Kostbarkeiten an einem vorbeifahren. Hier gilt wieder mit Bedacht zu genießen, denn sonst schmeckt bald alles gleich. Dieses Running Choclate kann auch ohne Führung erlebt werden, 3€ pro Person kostet das Vergnügen. Es ist wirklich toll, dass man dabei Schokoladen kosten kann, wo man sich über eine ganze Tafel nie drüber trauen würde. Aber Vorsicht: Da man diese besonderen Schichtschokoladen genussvoll auf der Zunge und am Gaumen zergehen lassen soll – alles andere ist viel zu schade! – fahren die Schokoladen doch etwas schnell vorbei. Meine bessere Hälfte hat es geschafft, dann 5 verschiedene Schokostücke vor sich liegen zu haben und nicht mehr zu wissen, welche Sorten das nun sind. Es dauert zwar ne ganze Zeit bis die gleiche Sorte wieder an einem vorbei kommt, doch vielleicht nur jede zweite zu kosten und dann einen zweiten Durchgang mit den fehlenden zu machen, zahlt sich bestimmt aus.

Der Zotter-Shop ist voll mit Schokolade, unzählige Schokoladekreationen stehen hier und warten mitgenommen zu werden. Vorsicht: man lässt schnell viel Geld in Bergl! Als sehr empfehlenswert kann ich die Bruchschokolade-Säckchen bei der Kassa nennen. Hier hat man zu einem niedrigen Preis verschiedene, meist nicht in Papier gewickelte Schokoladen zusammen. Ich persönlich fand es sehr witzig zuhause immer eine zu kosten und zu raten was man da gerade isst.

 Lobend erwähnen möchte ich die MitarbeiterInnen, die eine Kundin mit Allergie auf das Kompetenteste beraten haben, so dass sie ohne allergische Reaktion durch die Führung kam.

Nach all der Werbung – gibt’s auch was negatives? – Nun, meiner Meinung nach waren nicht alle Sorten während der Führung zu verkosten, aber vielleicht täusche ich mich bei der Vielfalt auch.

Zu guter Letzt bleibt auch ein Besuch am WC nicht aus. Dort gibt es ein Aquarium mit Piranhas (mein Gott, das Raubtiere so ängstlich sein können…!!) und auf der Toilette werden die Gäste mit einem eigens für Zotter komponierten Lied unterhalten. Eine anspruchsvolle Dame (was auch sonst) besingt die Zotter Schokolade und ihre Wirkung. Vorsicht: es kann sein, dass Ihnen ein Ohrwurm zurückbleibt!

Ein solch pures Vergnügen würde man in so einer Gegend eigentlich nicht erwarten.

4 Gedanken zu “Zotter Schokoladenfabrik – Schokolade und Theater

  1. Hallo!
    Ich war auch schon mal beim Zotter und war ebenfalls sehr begeistert!
    Deine Beschreibung ist wirklich sehr detailliert und nett geschrieben! Ist ein toller Blog!!
    sg

  2. Pingback: Gölles – Essigerzeugung und Schnapsbrennerei | Steiermark entdecken – Seen, Berge & mehr

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